Aktionswoche gegen Rassismus 2026

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr setzte die Aktionswoche gegen Rassismus in der Region Brugg auch 2026 ein starkes Zeichen für Vielfalt, Offenheit und den gemeinsamen Einsatz gegen Diskriminierung. Rund um den 21. März – den Internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung – wurde ein äusserst vielfältiges Programm geboten, das Menschen zusammenbrachte und zum Nachdenken anregte. Mittendrin war auch dieses Jahr die Region Brugg.

Medienausstellung – Denkanstösse zum Mitnehmen

Während der gesamten Woche luden die Stadtbibliothek Brugg sowie die Gemeinde- und Schulbibliothek Windisch dazu ein, sich vertieft mit den Themen Rassismus und Vielfalt auseinanderzusetzen. Die kuratierte Auswahl an Büchern eröffnete neue Blickwinkel und bot einen niederschwelligen Zugang zu einem wichtigen Thema.

Mittwoch, 18. März – ODEON-Talk

Der Talk im ODEON bildete einen gelungenen Auftakt. Im Gespräch mit Moderatorin Céline Werdelis sprach Jathurshan Premachandran offen über seine Migrationserfahrung sowie seine Arbeit als Sozialarbeiter und Gewaltberater.

Rund 25 Teilnehmende verfolgten das Gespräch aufmerksam. In der anschliessenden Fragerunde entstand ein lebendiger Austausch, der auch nach der offiziellen Podcast-Aufnahme weiterging. Viele nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche – ein herzlicher Abend, getragen von Offenheit und echtem Interesse.

Donnerstag, 19. März – Führung im Vindonissa Museum

Die öffentliche Führung zur Beziehung der Römer:innen zu den „Anderen“ bot spannende historische Einblicke. In einer kleinen Gruppe von acht Personen entstand – unterstützt durch einen Begrüssungsdrink – schnell eine angenehme und dialogorientierte Atmosphäre.

Gemeinsam wurden historische Vorstellungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzungen beleuchtet und Verbindungen zur Gegenwart gezogen. Die vielen Fragen aus der Gruppe zeigten: Das Thema bewegt – damals wie heute.

Freitag, 20. März – „Einfach miteinander“

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Begegnung. Rund 50 Menschen kamen zusammen, um gemeinsam zu essen, zu feiern und sich auszutauschen. Das vielfältige Buffet, kreative Angebote für Gross und Klein sowie gestaltete Plakate zum Thema Frieden machten den Nachmittag lebendig und verbindend.

Ein besonderer Moment war das Friedensgebet: Rund 40 Personen beteten gemeinsam – in verschiedenen Sprachen und aus unterschiedlichen religiösen Perspektiven. Ein starkes Zeichen für Respekt und Zusammenhalt.

Freitag, 20. März – Theater „Neutralisiert“

Am Abend ergänzte das Theaterstück „Neutralisiert“ im ODEON das Programm – ein eindrücklicher Höhepunkt der Woche. Die Künstlerin Zarina Tadjibaeva setzte ihre Erfahrung als Dolmetscherin an Asylanhörungen ein und hinterfragte auf der Bühne eindringlich die Rolle von Neutralität im System.

Rund 40 Besuchende folgten der intensiven Inszenierung, die durch ihre persönliche Perspektive und emotionale Tiefe überzeugte. Gemeinsam mit Julia Skof entstand ein performatives Selbstporträt, das berührte, irritierte und zum Nachdenken anregte. Im anschliessenden Gespräch wurde der Bogen zum Thema Rassismus geschlagen. Das Publikum beteiligte sich aktiv, stellte Fragen und der Austausch setzte sich noch lange in der Bar fort – lebendig, kritisch und offen

Samstag, 21. März – Workshop (abgesagt)

Der geplante Workshop zur rassismuskritischen Begleitung von Vorschulkindern (0-5 jährige) für Eltern und Fachpersonen musste leider aufgrund zu geringer Anmeldezahlen abgesagt werden.

Gerade dieses Thema bleibt jedoch zentral: Der Umgang mit Vielfalt, Vorurteilen und Ausgrenzung beginnt oft schon im frühen Kindesalter. Umso wichtiger ist es, solche Räume weiterhin zu schaffen und sichtbar zu machen.

Sonntag, 22. März – Film „Elephants & Squirrels“

Der Dokumentarfilm bot einen eindrücklichen Einblick in die koloniale Vergangenheit der Schweiz und die Frage nach kulturellem Erbe. Auch wenn die Besucherzahl überschaubar blieb, entwickelte sich im Anschluss eine angeregte Diskussion. Die Teilnehmenden tauschten Gedanken aus und setzten sich vertieft mit den aufgeworfenen Fragen auseinander.

Dialog im Alltag – HEKS-Werkzeugkoffer

Ergänzend zu den Veranstaltungen war der HEKS-Werkzeugkoffer „Ich doch nicht …!“ in Berufsschulen und Gemeinden im Einsatz. In Pausenräumen und Begegnungsorten ermöglichte er einen unkomplizierten Zugang zum Thema und lud dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Fazit

Zum Schluss möchten wir uns ganz herzlich bei allen Mitwirkenden, Referierenden, Kulturschaffenden und Partnerorganisationen bedanken.

Was bleibt, ist vor allem eines: die Erkenntnis, wie kraftvoll Zuhören sein kann. Viele Momente dieser Woche haben gezeigt, wie wichtig es ist, anderen Stimmen Raum zu geben – besonders jenen, die im Alltag oft überhört werden. Gleichzeitig ist klar: Eine Woche reicht nicht aus. Rassismus ist für viele Menschen tägliche Realität. Doch solche Veranstaltungen können ein Anfang sein – ein Moment des Innehaltens, des Zuhörens und des Weiterdenkens. Die Aktionswoche lädt genau dazu ein. Und sie wirkt – weit über diese eine Woche hinaus.